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K&P Corona-Stimmungsbarometer TEIL 1: Betriebsgastronomie kommt langsam zurück

16.09.2020

Vor einem halben Jahr begann der Corona-Lockdown in Deutschland und schlagartig wurden viele Unternehmensbereiche ins Homeoffice verlagert oder Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. K&P hat Entscheider von Unternehmen befragt, wie weit die Mitarbeiter wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind und wie weit die Betriebsgastronomie betroffen ist.

Mit dem Corona-Lockdown am 15. März 2020 schlossen in Deutschland fast alle Betriebsrestaurants. Und dort, wo der Betrieb weiterging, wurden Tische auseinandergerückt, Selbstbedienung eingeschränkt und massive Hygienemaßnahmen eingeführt. Jetzt, nach einem halben Jahr, kommt die Betriebsgastronomie mit kleinen Schritten wieder zurück.

 

Homeoffice das New Normal?

K&P befragte Anfang September knapp 50 Verantwortliche in der Betriebsgastronomie, wie es derzeit um die gastronomische Versorgung der Mitarbeiter in ihrem Unternehmen steht und wie sie die Aussichten bewerten. Dabei zeichnet sich ein klarer Trend ab: Produzierende Unternehmen haben ihre Restaurants häufig auch während des Lockdowns aufrechterhalten und viel auf To-Go und Belieferung an den Arbeitsplatz verlagert. Inzwischen sind in diesen Unternehmen teilweise wieder bis zu 80% der Mitarbeiter im Betrieb. Andere Unternehmen, insbesondere aus dem Telekommunikations-, IT- und Finanzsektor, haben ihre Mitarbeiter noch fast vollständig im Homeoffice und halten die meisten Restaurants weiterhin geschlossen. „Homeoffice wird für mindestens 70% der Mitarbeiter bis Ende des Jahres als Standard beibehalten!“, so die klare Message von Thomas Walter, Geschäftsführer der R+V Dienstleistungs-GmbH in Wiesbaden. Die Spannbreite ist also sehr weit - im Mittel sind demnach 45% der Mitarbeiter in den befragten Unternehmen wieder am Arbeitsplatz. Die Cateringverantwortlichen sind sich jedoch durchgängig sicher: Homeoffice wird ein wesentlicher Bestandteil bleiben und die ehemaligen Präsenzzahlen werden wohl nicht mehr erreicht werden.

 

Betriebsrestaurants fast leer

Die Auswirkungen auf die Betriebsgastronomie sind daher fatal. Kein Unternehmen hat die bisherigen Tischgastzahlen wieder erreicht. „Angesichts der Abstandsregelungen ist unsere Kapazität auch nur noch bis maximal 30% ausbaufähig“, so ein Verantwortlicher aus dem Versicherungswesen. Einige Unternehmen bieten das Mittagessen auch zur Mitnahme an den Arbeitsplatz an. Nur ein Viertel der Befragten gab an, dass mehr als 40% der Tischgastzahlen wieder erreicht sind. Im Mittel werden gerade einmal 33% der Tischgastzahlen in den geöffneten Kantinen gemessen. Und rund 20% der Betriebsrestaurants bleiben weiterhin ganz geschlossen, hier haben teilweise Kaffeebars und Shops die Grundversorgung übernommen. Dementsprechend ist das Angebot zwar stark eingeschränkt, das Gastroteam versucht aber die wenigen Gäste mit besonderer Qualität, speziellen Angeboten und Freundlichkeit zum Besuch zu animieren.

Natürlich setzt die Situation insbesondere die Cateringunternehmen unter großen Druck. „Wir haben von den meisten Unternehmen viel Unterstützung erfahren, denn es ist ihnen bewusst, wie wichtig wir für den Zusammenhalt im Unternehmen sind“, sagt Jürgen Vogl, der Geschäftsführer von Aramark. Gleichzeitig stellt der massive Einbruch alle Betreiber unter enormen Druck, denn das lukrative Geschäft der Konferenzbewirtung und der Events ist fast völlig zum Erliegen gekommen. Auch Cafébars und Shops lassen sich teilweise nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Trotzdem gibt es auch in Zeiten von Corona noch Neueröffnungen von Betriebsrestaurants. „So konnten wir unser neues Streetfood-Restaurant Anfang August in einer Soft-Opening-Phase langsam anfahren und optimieren“, berichtet Bernd Hartkopf von Union Investment in Frankfurt.